Positioning Abonnement

Markenstrategie ist spannend. Keine Frage. Es gibt daher auch unzählige Quellen Modelle und Herangehensweisen eine Positionierung und Markenstrategie zu entwickeln. Wenn ich in der Zeit mit Skøn eins gelernt habe, dann dass derart einschneidende Entscheidungen wie die für ein neues Logo, neues Design oder eine neue strategische Ausrichtung nicht einfach von einem externen Dienstleister in das Unternehmen eingebracht werden kann. Es muss stets ein kollaborativer Prozess sein, der die entscheidenden Personen einbindet und dazu bringt sich mit dem Ergebnis zu identifizieren. Jede Veränderung steht sonst einem Kampf gegen die Verweigerer und Zweifler gegenüber, der selten gewonnen werden kann und oft zu Zerwürfnissen führt. Aber auch in der Zeit meines Studiums habe ich etwas über Markenführung gelernt. Zunächst ein mal sieht sich fast jeder in der Lage Markenführung zu verstehen und anzuwenden. Das Verständnis einer Marke als Person hat sich durchgesetzt und immer mehr verstehen auch Werber, dass es nicht um große Störer sondern um Bedürfnisse geht. Akademisch betrachtet ist Markenführung etwas hoch theoretisches, das ganz einfach Schritt für Schritt ausgeführt werden kann. In meiner Zeit bei der Hirschen Group habe ich vor allem durch Vincent Schmidlin, Tom Davis aber auch Willms Buhse gelernt, dass Markenführung nicht nur theoretisch und analog, sondern auch praktisch und digital funktionieren muss. Oft müssen die Silostrukturen in Unternehmen erst aufwändig transformiert werden um Innovationen und auch Flexibilität in der Markenführung zuzulassen. Unter dem Stichwort Digitale Transformation versucht man also heute die Wandlung von Unternehmen zusammenzufassen, die sich auf die immer schneller wechselnden Verhältnisse einstellen wollen. Ich glaube es gilt vor allem Markenführung an diesem Punkt noch weiter zu denken. Nicht nur von digitaler Transformation zu sprechen und Arbeitsorganisation und Instrumente zu meinen. Ich glaube Markenführung kann tatsächlich digital werden. Echtzeitanalyse ist nur dann wertvoll wenn eine Marke das Wissen demokratisieren kann und Konsequenzen ableitet. Von der Softwareentwicklung kann man viel lernen. Die Entwicklung von einer Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft mündet derzeit in die Abogesellschaft. Die Abkehr von Agenturen und das gesteigerte Interesse an Google und Co. ist also darin zu suchen, dass Marken- und Strategieberatungen vergessen sich selbst zu digitalisieren.

Es ärgert mich fast ein bisschen, dass die Branchenentwicklung nun doch so an Fahrt gewinnt, da ich das Thema eigentlich für meine Bachelorarbeit geplant hatte. Derzeit glaube ich jedoch, dass die meisten Dienstleister weit davon entfernt sind ihr eigentliches Existenzproblem ernst zu nehmen.