New Work in New York

Das JWT Hauptquartier in der Lexington Avenue wurde pünktlich zu meiner Ankunft aufgerüstet und so war es nicht nur mein erster Tag in einem neuen Büro. Der Gesamte Standort wurde auf den neuesten technischen Stand gebracht und der modernen Arbeitswelt angepasst. Grundsätzlich gibt es nur wenige feste Plätze. Der Rest ist mit sogenannten Hot Desks ausgestattet, die je nach Bedarf besetzt werden können. Es gibt konventionelle Arbeitsplätze mit großen Bildschirmen, Stehtische mit Barhockern, Sofa- und Sesselecken. Jeder Mitarbeiter hat einen Spint in dem er seine Arbeitsmaterialien in Abwesenheit archivieren kann. Darüber hinaus gibt es für jeden erdenklichen Zweck verglaste Räume für Einzel-Telefongespräche, 2er, 4er und 8er Gruppenräume mit Infoscreens, die über Buchung Aufschluss geben. Telefone gehören zur aussterbenden Spezies und sind weitestgehend durch Skype for Business und Headsets bzw. IP-Telefonie abgelöst.

In allen Räumen für mehr als 3 Personen hängen 55″ oder 84″ Microsoft Surface Hubs, die zahlreiche praktische Funktionen zur vernetzen Kollaboration haben. Zum einen sind es Touchscreen, die sich perfekt eignen um schnell Moodboards, Mindmaps etc. zu kreieren aber auch um Folien in einer Präsentation neu anzuordnen. Darüber hinaus können sie für Videokonferenzen, Google Drive Applikationen etc., Web-browsing und vieles mehr genutzt werden. Ist eine Gruppe mit der Nutzung des Displays/Computers fertig und hat alle Ergebnisse gespeichert, so muss sie nur auf den „I’m done“ Button klicken und das Display wird für die nächste Gruppe zurückgesetzt.

Bislang stecken die Teams noch in der Phase der Erkenntnis der Veränderung und vorsichtigem Protest (z.B. durch das beibehalten und besetzen von Plätzen, die eigentlich als Hot Desks vorgesehen sind), doch die Chancen von Austausch, Flexibilität und Abwechlung werden hoffentlich in den nächsten Wochen zum Tragen kommen. Es ist daher auch aus Sicht des Change Management und Gruppendynamik ein sehr spannender Einblick in das Unternehmen

Es gab auch noch andere Unterschiede in der Arbeitskultur, die ich nicht unerwähnt lassen möchte:

  • Große meetings mit 10-12 (manchmal 20) Personen, die natürlich Stunden dauerten und auf mich den Eindruck von Ineffizienz in Perfektion machten.
  • Lockerer Umgang mit Arbeits- und Präsenzzeiten sorgen dafür, dass insgesamt eine sehr entspannte Stimmung im Büro herrschte.
  • In die Wände integrierte Wasserspender versorgten alle Mitarbeiter mit gekühltem und gefiltertem Leitungswasser
  • Die Clean Desk Policy wird in New York auf ein neues Level gehoben. Putztrupps patroulieren auch tagsüber durch das Büro und achten penibel auf jedes Staubkorn.
  • Statusmeetings wie wir sie aus Deutschland kennen (wöchentlich am Montagmorgen) gab es dort nicht. Lediglich Projektteams haben sich je nach Bedarf zur Absprache von ToDos und Kapazitäten getroffen.

Ich hoffe ein paar der Erkenntnisse mit nach Deutschland bringen zu können und so durch meinen Aufenthalt hier auch für VORN einen Mehrwert zu verschaffen.