Mont Blanc

Heute waren wir mit Prof. Dr. Röseler zu einer Werksführung bei Mont Blanc in Hamburg. Das erste Learning des Tages: Mont Blanc ist nicht etwa einfranzösisches Unternehmen sondern wurde 1904 in Hamburg geründet, wo auch heute noch die Zentrale ist. Außerdem stellt das Unternehmen keinen Stifte her sondern Schreibgeräte. Bei der Werksbesichtigung wurde auch klar warum man in dem Maße differenzieren darf. Mit einem Handarbeitsanteil von 80% wird die Produktion mit äußerster Hingabe vorgenommen. Auch wenn im Bereich Employer Branding noch deutliche Defizite zu sehen waren und die Arbeitsräume dem Chic der 90er nicht entkommen konnten wird der Anspruch einer Manufaktur für Schreibgeräte deutlich. Neben den "High Volume" Schreibgeräten die preislich im dreistelligen Bereich beginnen werden auch special Editions hergestellt, die zwischen 300.000€ und 1.200.000€ angesiedelt sind. Einarbeitungen von Edelmetallen und -Steinen stellen keine Seltenheit dar. Neben Schreibgeräten stellt das Unternehmen seit einiger Zeit auch Schmuck und Uhren her. Letzteres wird nach Aussage unserer Leiterin Frau Schlüter (Assistenz der Geschäftsführung), nicht zuletzt aufgrund der Profitabilität immer stärker fokussiert. Die Markenexpansion auf Uhren ist meiner Meinung nach vertretbar, eine Konzentration auf das Uhrengeschäft birgt jedoch eine hohe Gefahr die Kernkompetenz der Marke zu verwässern, da dieses nicht im entferntesten mit dem Markenkern Schreibkultur vereinbart werden kann.
Das Flaggschiff der Marke ist jedoch das Meisterstück 149 mit zweifarbiger Feder. Ein tatsächlich ästhetisch sehr ansprechend gestaltetes Füllfederhalter mit Kolbenbefüllung der einen (wortwörtlich) förmlich lockt ein mal mit ihm zu Schreiben. Wir haben sehr viel darüber hören dürfen, dass sich bei Mont Blanc alles um die Schreibkultur dreht, diese zu erleben blieb uns allerdings meiner Verwunderung und einem Hauch von Ärger verwehrt. Aber vielleicht muss man es auch so betrachten:

"Mont Blanc Schreibgeräte bilden den Olymp der Schreibkultur und fordern ihrem Nutzer ab sich nach oben zu arbeiten."

Bis in 25 Jahren also Frau Schlüter, ich komme gerne wieder!

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