Kriterien zur Beurteilung

Bei der großen Anzahl von Markenmodellen, die heute zur Verfügung stehen fällt es schwer diese mit Blick auf ihre praktische Anwendbarkeit zu Beurteilen. Es gibt jedoch 4 Kriterien, die bereits von Esch und Radtke zur Einordnung und Beurteilung von Modellen herangezogen wurden 1)vgl. Radtke, 2014, S. 35, 41, Esch/Langner/Rempel, 2005, S. 123:

  • Die vollständige Erfassung aller konstitutiven Identitätsmerkmale:
    Es müssen alle konstitutiven Merkmale der Markenidentität (Wechselseitigkeit, Kontinuität, Konsistenz, Individualität) erfasst werden, da ansonsten die Gefahr besteht, „dass sich die Markenführung von der wahren Markenidentität entkoppelt und die Marke im Zeitverlauf Teile ihrer Kaufrelevanz einbüßt.“ 2)Esch/Langner/Rempel, 2005, S. 123; siehe auch Radtke, 2014, S. 35, 41.
  • Überschneidungsfreiheit der einzelnen Module:
    Um störende Redundanzen zu vermeiden, die eine Anwendung des Modells negativ beeinträchtigen könnten, sollte ein Modell übersichtlich, praktikabel und überschneidungsfrei sein 3)vgl. Radtke, 2014, S. 35, 41; Esch/Langner/Rempel, 2005, S. 123.
  • Verzahnung und das Vorhandensein einer Strukturierung der Module:
    Da sich die Markenidentität nicht durch das bloße Addieren der einzelnen Bestandteile ergibt, sondern auch deren Zusammenspiel eine große Bedeutung zukommt, müssen die Wirkungszusammenhänge möglichst präzise angegeben werden 4)vgl. Radtke, 2014, S. 35, 41; Esch/Langner/Rempel, 2005, S. 123.
  • Praktikabilität des Ansatzes:
    Die Identität des Unternehmens sollte jedem Mitarbeiter bekannt sein und, ähnlich wie bei einem Menschen 5)vgl. Müller, 1987, S. 1098, als Entscheidungskorridor dienen. Daher muss ein Identitätsmodell gleichzeitig mental und logistisch leicht zugänglich sein, ohne größerer Erläuterung zu bedürfen 6)vgl. Radkte, 2014, S.  31, 35; Esch/Langner/Rempel, 2005, S. 123.

Quellen   [ + ]