Kriegsrethorik

Im Kampf um die Konsumenten wird schon immer gern Kriegrhetorik verwendet um Strategien zu beschreiben die den Wettbewerber zur Aufgabe zwingen sollen. Es ist plakativ, dadurch einfach zu verstehen aber Ist das so sinnvoll? Im Bereich der Markenrollenverteilung spricht man von Flagship-Brand (A-Marke) und Flanker-Brand (B-Marke). Beides sind Beispiele für eine nicht besonders Konsumentenorientierte Perspektive. Die Flagship-Brand ist demnach die Marke mit dem höchsten Potential dem Konkurrenten Schaden zuzufügen. Flanker-Brands unterstützen diesen Angriff und flankieren ihn. Die erhoffte Wirkung ist, dass Kunden die nicht mehr bereit sind die Flagship-Brand zu kaufen, auf die Flankerbrands ausweichen.

Ich bin der Auffassung, dass die Kriegsrhetorik in diesem Fall unangebracht ist. Ganz offensichtlich mangelt es der Analogie auch an Konsequenz, wenn man die C-Marke (Cash-Cow) betrachtet, bei der es jedem Schwer fallen dürfte sie in einen kriegerischen Zusammenhang zu integrieren. Sie ist die Profitabelste Marke im Markenportfolio. In jedem Preis- und Qualitätssegment sollte der Anspruch sein eine Flankerbrand zu haben. Hat man diese nicht ist es der leichteste Weg das Problem beim Wettbewerb zu suchen, aber der Kern des Problems liegt weiterhin im eigenen Unternehmen. Wie auch eine Krieg (un in der Metapher zu bleiben) ist auch nahezu jeder Versuch den Konkurrenten durch Masse und Marktmacht zu verdrängen mit horrenden Kosten verbunden. Findet man jedoch die Barriere die den Kunden vom eigenen Produkt abhält spart man langfristig Kosten und wirtschaftet im Zweifel deutlich effektiver.

Visual: Marco Ivers

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