Fact Checking

Im Kontext von Fake News verfolge ich derzeit interessiert die Diskussion (u.A. über die Podcasts Lage der Nation und Logbuch Netzpolitik) und möchte mich – mit einem vielleicht naiven Vorschlag – einbringen. Zu entwickeln wäre ein prinzipiell recht einfaches Plugin mit einem dahinter liegenden System, das verifizierte Medienmarken sowie Vertreter von Institutionen mit Berichterstattungen bzw. Artikeln vernetzt. Ist das ein alter Hut?

Publisher (Blogs, Magazine, Zeitungen etc.) können Artikel veröffentlichen und eine Bestätigung durch andere Quellen beantragen. Zielsetzung wäre so etwas  der oft zitierte mündige User zu erlangen, dem ermöglicht wird sich sein Bild zu machen und dabei bereits im direkten Umfeld des Artikels Bestätigungen beziehungsweise Dementi mit den entsprechenden Links und Artikeln findet.

Das Konzept, dass mir beim Hören der Podcasts vorschwebte sieht wie folgt aus:

Ausgangssituation: Ein Blog (A) veröffentlicht einen Beitrag, der ein Thema behandelt, das entweder bereits vorher, oder auch danach durch andere Medienmarken/Publisher thematisiert wurde.

  1. Der Blog gibt an in welchen Medienmarken auch über das Thema berichten und die Informationen bestätigen. Diese wiederum haben die Möglichkeit die Verlinkung zu bestätigen, oder abzulehnen. Zu Gunsten der Bedienung und Effizienz ist das System, wie andere Netzwerke auch, durch hashtags organisiert und kann selbst auch intelligent Verknüpfung vorschlagen.
  2. Liest ein User den Text und hat seinerseits eine andere Quelle gefunden, die die Information bestätigt, kann auch er eine Verlinkung vorschlagen.
  3. Stellt sich eine Meldung als falsch heraus, können Medienmarken ihrerseits diese als nicht zutreffend markieren und ihre Gegendarstellung verlinken.
  4. Vertreter von betroffenen Institutionen, Ministerien oder Marken können Informationen ebenfalls bestätigen oder dementieren.
  5. Dem User werden in Form eines Plugins die Medienmarken/Publisher angezeigt, die das Thema ebenfalls behandeln und den Inhalt des Artikels bestätigen oder widerlegen.

Als verifiziert könnten Medienmarken gelten, die eine besonders hohe Zuverlässigkeit in der Korrektheit ihrer Meldungen aufweisen und einen realen bzw. erreichbaren Ansprechpartner und Autor angeben (hier wäre sicher noch potential bei der Frage, wie Seriosität belegt werden kann).

Kleine Blogs und Nachrichten-Portale können  von dem System profitieren, auch wenn sie nicht regelmäßig Inhalte veröffentlichen und über keine großen Netzwerke zur Distribution verfügen. Besteht die Möglichkeit, dass sie als Alternativquelle unter den verlinkten Artikeln aufgelistet werden.

Die etablierten Medien, die bereits der journalistischen Sorgfaltspflicht ausreichend nachkommen dürften keine Probleme haben sich verifizieren zu lassen und gewinnen im Zweifel ein neues Qualitätsmerkmal.

Denkt man dieses Konzept weiter könnten Medienmarken dazu übergehen so etwas wie der Trusted Partner for Fact Checking zu werden. User könnten angeben, welchen Medienmarken sie besonders vertrauen und dies würde im Rating der Artikel berücksichtigt.

Nach meiner Vorstellung könnte dieses Konzept als Browser-Plugin auf User-Seite und auch als CMS-Plugin bei Publishern funktionieren. Wichtig ist (wie immer) eine von Staat, etablierten Medien und Marken unabhängige Finanzierung.

Das kam mir gerade also nur in den Sinn, passte nicht in 140 Zeichen und ich wollte es mal zur Diskussion stellen. Ich bin weder Experte auf dem Gebiet, noch kann ich behaupten zu dem Thema besonders viel recherchiert zu haben. Ich freue mich daher, falls jemand meinen Denkfehler findet und Korrekturen bzw. Verbesserungsvorschläge kommentiert.