APG Power Planning Camp

Als frisch gebackenes Mitglied der APG (Account Planning Group Deutschland) war es mir an diesem Wochenende möglich an der neunten Ausgabe des APG Power Planning Camps teilzunehmen. In toller Kulisse der Hamburger Speicherstadt gastierte der Workshop in den Räumlichkeiten von Kolle Rebbe im Wasserschlösschen. Einem der meist fotografierten Orte Hamburgs. Nicht weit also von meiner privaten Bleibe entfernt und doch weit genug um ein paar studentische Minuten zu spät zu kommen. Nachdem aber auch ich mich eingefunden hatte konnte es mit Input losgehen. Planner von Draft FCB, Kolle Rebbe, Ogilvy & Mather und Lukas Lindemann Rosinski stellten Herangehensweisen und Grundlegende Techniken der Markenpositionierung vor um allen eine möglichst gleiche Ausgangssituation bieten zu können. Denn im direkten Anschluss bekamen wir (die insgesamt 8 Teilnehmer) das Briefing eines realen Startup Labels, das es zu positionieren galt. Es wurden 2 Gruppen á 4 Personen gebildet und ich hatte das Glück in eine äußerst kommunikative und diskursfreudige Gruppe aus drei Damen zu gelangen. Für mich, aber auch einige andere war die Aufgabe besonders herausfordernd, denn das High-Fashion Label war aus einer Nische für deren Konsumenten es besonders viel Einfühlungsvermögen bedurfte. Wer sich etwas unter Avantgardistischer Anti-Mode vorstellen kann weiß auch wie weit diese von meinem Kosmos entfernt ist. Das zeigte sich auch in der Art und Weise mit der meine Gruppe sich mit der Zielgruppe auseinandersetzen musste. Wir hatten sehr umfangreiche Marktdaten und Zielgruppenanalysen bekommen und doch war es notwenig und auch richtig die Zielgruppe und deren Insights noch stundenlang zu diskutieren. Das Ergebnis des ersten Tages war zunächst erschreckend diffus. Wir standen um 21 Uhr (3 Stunden nach offiziellem Ende des 1. Tages) vor einem Wust aus Schlagworten, Werten und Bedürfnissen, waren jedoch außer Stande diese sinnstiftend zu kanalisieren. Umso besser war es nach einer frustreichen Nacht, mit unruhigem Schlaf und vielen vermeintlichen Eingebungen, am Samstag in neuer Frische auf den aktuellen Stand zu schauen. Zum meiner großen Freude gab ein Wort das andere und wir haben es in kurzer Zeit noch geschafft eine Punktlandung mit unserem Konzept für Markenhaltung, Namen und Claim zu entwickeln. Dabei spielten auch unsere Coaches immer eine wichtige Rolle. Ihre Impulse warfen nicht selten unsere Gedankenkonstrukte komplett über den Haufen aber beim Wiederaufbauen derselben entdeckten wir immer wieder neue Triggerpunkte an denen wir noch präziser werden konnten. Das Startup honorierte unsere Leistung mit einer Einladung zur High Fashion Messe „Premium“ in Berlin + After Show Party. Ein guter Grund um meine Gruppe im nächsten Jahr wieder zu sehen.

Für mich war das Camp eine Erfahrung die es eindeutig wert war Zeit und Geld zu investieren und ich habe das gute Gefühl, dass ich als Mitglied der APG noch viel neben dem Studium lernen kann.

Ein interessantes  Learning für meine Arbeit an und mit Markenpositionierungsmodellen war, dass diese in der Praxis die Arbeit selten beflügeln und Produktivität hemmen. Das ausfüllen eines starren Systems lässt wenig Raum für Fantasie, Vorstellungsvermögen und Emotionen. Markenpositionierungsmodelle setzen daher genau genommen erst nach dem eigentlichen Prozess der Positionierung ein und stellen den Versuch dar, eine Positionierung möglichst unmissverständlich verbal zu definieren. Vielleicht wäre es eine Zielsetzung ein Positionierungsmodell so zu entwickeln, dass es einen auch für die Entwicklung einer Positionierung unterstützt.